9. Februar

Wir laden Sie ein am Montag, 9. Februar 2004, 19.30 Uhr, in die Hessische Landesvertretung, In den Ministergärten 5, 10117 Berlin, zum Vortrag von

Dr. Friedemann Müller
Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit der Stiftung Wissenschaft und Politik

über das Thema

„Energie und Geopolitik zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer:
Die Rolle Armeniens“

Die Veranstaltung wird von Herrn RA Stefan Taschjian geleitet.

Die Hessische Landesvertretung befindet sich zwischen Brandenburger Tor (im Norden) und Potsdamer Platz (im Süden) sowie zwischen Ebertstraße / Tiergarten (im Westen) und Wilhelmstraße (Osten) und ist am besten mit der U2 sowie der S-Bahn, jeweils Haltestelle Potsdamer Platz, erreichbar.

Zum Thema: Die kaspischen Energieressourcen spielten nach der Auflösung der Sowjetunion eine zentrale Rolle für die Entwicklung mehrerer post-sowjetischer Staaten. Insbesondere Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan zählen zu den begünstigten Reserveländern. Internationale Aufmerksamkeit hat die Region besonders durch den Streit um den Transport des Öls und Erdgases zum Weltmarkt gewonnen. Da die kaspische Region von den Weltmeeren abgeschnitten ist, muss eine neue Infrastruktur gebaut werden, wenn die Region einen von Russland unabhängigen Zugang zum Weltmarkt erreichen will. Dies hat Interessen nicht nur der möglichen Transitländer geweckt.

Armenien liegt im Schnittpunkt möglicher Ost-West- und Nord-Süd- Routen, hat aber von dem neuen Interesse an der Region bisher wenig profitiert. Aber auch die anderen südkaukasischen Staaten befinden sich in einer geopolitsch hervorgehobenen Position. Sie bilden zusammen mit Armenien die natürliche Brücke vom Kaspischen Raum zum Schwarzen Meer und Mittelmeer und damit zu den Märkten Europas und auch Nordamerikas. So besagt diese Infrastruktur auch etwas über die mögliche Anbindung der Region an Europa und die westliche Welt. Diese Anbindung wiederum erfordert gemeinsame Spielregeln wie den Energiechartavertrag, deren Einhaltung in der Region bisher nur zögerlich akzeptiert werden.

Dr. Friedemann Müller leitet die Forschungsgruppe „Globale Fragen“ bei dem Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, ein Institut, das den Bundestag und die Bundesregierung außenpolitisch berät. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich internationaler Energie- und Umweltprobleme, nachdem er sich in den 1980er Jahren vor allem mit der Ökonomie der Sowjetunion befasst hat.