18. Oktober

Wir laden Sie ein am Montag, 18. Oktober 2004, 19.30 Uhr, in die Hessische Landesvertretung, In den Ministergärten 5, 10117 Berlin, zum Vortrag von

PD Dr. phil. Dittmar Schorkowitz

über das Thema

Ex Oriente lux – Ex Occidente Lex.
Die Schwarzmeerregion als Spannungsbogen zwischen Ost und West. Eine Annäherung an das Konzept der „New Neighbourhood“ aus geschichtlicher Perspektive

Die Veranstaltung wird von Herrn Dr. Stephan Heymann geleitet.

Die Hessische Landesvertretung befindet sich zwischen Brandenburger Tor (im Norden) und Potsdamer Platz (im Süden) sowie zwischen Ebertstraße / Tiergarten (im Westen) und Wilhelmstraße (Osten) und ist am besten mit der U2 sowie der S-Bahn, jeweils Haltestelle Potsdamer Platz, erreichbar.

Zum Thema: Der Vergleich von Entwicklungen in der Schwarzmeerregion thematisiert Interdependenzen eines historischen Raumes zwischen Europa und dem Orient, den die Europäische Union seit dem Systemwechsel in den Jahren 1989-1991 zu stabilisieren sucht. Diesem Integrationsbemühen steht unter anderem entgegen, daß die Staaten Osteuropas im Verlauf von achtzig Jahren sowjetischer Herrschaft durch eine gezielte Nationalitätenpolitik und eine willkürliche Grenzziehungspraxis entscheidend geprägt wurden.

Im Ergebnis entstanden dabei schwach ausgeformte Zivilgesell schaften, deren Transformationsprobleme sehr ähnlich und damit vergleichbar sind. Eine Erörterung dieser Prozesse aus historischer Perspektive soll sich auf zwei Aspekte konzentrieren. Dabei geht es einmal um die Hinterfragung der Begrifflichkeit „ethnischer Konflikt“. Zum anderen sollen Grundlagen für die Annahme benannt werden, Erinnerungskultur und Geschichtspolitik stünden in einem ursächlichen Zusammenhang mit den in der Schwarzmeerregion wahrgenommenen Konflikten.

Zum Referenten: Privatdozent Dr.phil. Dittmar Schorkowitz lehrt Osteuropäische Geschichte an der Freien Universität Berlin und am Zentrum für Höhere Studien der Universität Leipzig. Er ist promovierter Ethnologe (1991), habilitierte sich in Osteuropäischer Geschichte (2000) und studierte außerdem die Fächer Slavistik und Amerikanistik.

Seit 1987 hat er sich zur sozialen und politischen Geschichte der rußländischen Nationalitäten spezialisiert. Seine Forschungen haben ihn nach Sibirien, in den Kaukasus sowie nach Mittelasien geführt und Niederschlag in zahlreichen Veröffentlichungen gefunden, darunter Staat und Nationalitäten in Rußland. Der Integrationsprozeß der Burjaten und Kalmücken, 1822-1925 (Stuttgart 2001).

Dr. Schorkowitz ist Herausgeber der Reihe Gesellschaften und Staaten im Epochenwandel (Peter Lang Verlag) und hat im Auftrage des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland an vielzähligen Missionen von OSZE und ODIHR im Kaukasus und Mittelasien, in Rußland und Südosteuropa.