13. März

Wir laden Sie ein am Dienstag, dem 13. März 2001, 19.30 Uhr, in die Landesvertretung des Freistaats Thüringen, Mohrenstr. 64, 10117 Berlin, zum Vortrag von

Aschot Amirdschanjan

über das Thema

Exodus aus Armenien?! Was droht dem Land?

Die Veranstaltung wird von Herrn RA Stefan Taschjian geleitet.

Die Landesvertretung des Freistaats Thüringen befindet sich Ecke Mohrenstraße / Mauerstraße in unmittelbarer Nähe zur Wilhelmstraße, Berlin-Mitte, und ist am besten mit der U-Bahnlinie U2 (Haltestelle Mohrenstraße) zu erreichen.

Aschot Amirdschanjan wurde 1958 in Jerewan geboren, studierte in den Jahren 1975 bis 1980 in Kiew internationale Politik und Volkswirtschaft, siedelte anschließend in die Bundesrepublik über, wo er in den Jahren 1982 bis 1985 zunächst als freier Mitarbeiter der BBC und der Deutschen Welle (DW) tätig war. Danach arbeitete er bis 1989 bei der Osteuropa-Abteilung der DW, zuletzt als Redakteur. Im Jahre 1990 wechselte Aschot Amirdschanjan zum Sender Freies Berlin (SFB) über („Ost-West-Redaktion„), berichtete aus Kiew für die ARD über die Ukraine, Moldawien und Weissrussland. Seit 1996 ist er Redakteur, Moderator und Kommentator in der Abteilung „Politik„ des SFB. Aschot Amirdschanjan war einer der Referenten der DAG-Tagung „Armenien, Aserbaidschan, Georgien – Sicherheit durch Allianzen?!„ vom Juni 2000 in der Landesvertretung des Freistaats Thüringen zu Berlin.

Zum Thema: Seit zehn Jahren kehren Menschen Armenien den Rücken. Nach Schätzungen soll etwa ein Drittel der Bevölkerung das Land verlassen haben. Für viele kommt das einem Exodus gleich, der die Existenz und Unabhängigkeit des armenischen Staates gefährdet. Arbeitslosigkeit und materielle Not, Enttäuschung über die soziale und politische Entwicklung, Hoffnungslosigkeit, große Demokratiedefizite, Ungeduld oder Sehnsucht nach der Normalität eines „gesitteten„ bürgerlichen Lebens u.v.a.m. werden als Gründe für dieses Phänomen angeführt, das durch die lange Diasporaerfahrung der Armenier und leichten Zuzugsmöglichkeiten vor allem in die USA und Russland begünstigt wird. Als „Negativposten„ können das intellektuelle Ausbluten, die weitere Verkleinerung des Binnenmarktes, die wirtschaftliche, politische und militärische Schwächung, die wachsende Instabilität als Investitionshemmnis u.a. genannt werden, denen die Entlastung des Arbeitsmarktes und der kritischen Umweltsituation und „Bereicherung der Diasporagemeinden„ gegenüberstehen. Angesichts des ungelösten Konflikts mit Aserbaidschan und den Begehrlichkeiten der Türkei könnte dieser Trend tatsächlich zu einer akuten Gefährdung Armeniens führen.