Akram Ailisli: Ein aufrecher Autor gegen Barbarei und für Versöhnung

azerbaijan_akram_aylisli_ap_33535139211_468Am 2. Dezember 2014 strahlte der Deutschlandfunk das Feature Axt und Feder von Ernst von Waldenfels aus.

Den Hintergrund bildet die Auflehnung des prominenten aserbaidschanischen Autors Akram Ailisli (Aylisli) gegen die Heroisierung des Axtmörders Ramil Safarow.

Wir hatten seinerseits zweimal ausführlich über diesen Fall berichtet:

Orban liefert, Alijew begnadigt verurteilten Mörder: Sargsyan empört, Obama besorgt

und

Überstellung und Begnadigung des verurteilten Mörders Safarov durch Alijew: Internationale Reaktionen.

Die Hintergrundinformation des Deutschlandfunk:

„Wie der aserbaidschanische Schriftsteller vom lebenden Klassiker zum Volksfeind wurde

Von Ernst von Waldenfels

Schriftsteller Akram Ailisli wurde über Nacht zum Volksfeind.

2004 hackte ein aserbaidschanischer Leutnant namens Ramil Safarow einem armenischen Offizier mit einer Axt den Kopf ab. Es geschah bei einem NATO-Lehrgang in Ungarn. Angeblich hatte der Armenier im Beisein von Safarow einem anderen Armenier irgendetwas zugeflüstert und dabei gegrinst.

2012 kehrte Safarow nach langer Haft in Ungarn nach Aserbaidschan zurück, wo man ihn unter dem Jubel des Volkes mit Ehrungen überschüttete und sofort beförderte. Doch für einen Mann war dies unerträglich.

Es war der schon über 70 Jahre alte Schriftsteller und lebende Klassiker der aserbaidschanischen Literatur Akram Aylisli. Als Reaktion gab er eine Novelle zur Veröffentlichung frei, die von der Vernichtung der Armenier in der Türkei und den antiarmenischen Pogromen in Aserbaidschan Ende der 80er-Jahre handelt. Womit er über Nacht zum Volksfeind Nr. 1 wurde. Seine Bücher wurden verbrannt, Frau und Kinder verloren die Arbeit, er selbst wurde mit Verstümmelung bedroht und im Parlament wurde angeregt, seine Gene auf armenische ‚Verunreinigung‘ untersuchen zu lassen.“

Der Podcast:

 

Titelseite Steinerne Träume ArmenischAkram Ailislis (Aylisli) Buch „Steinerne Träume“ liegt bereits auf Armenisch vor, die deutsche Fassung soll im März 2015 erscheinen.

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